Bornholm-Urlaub praktisch erklärt – persönlicher Reiseführer für die Insel
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Bornholm-Urlaub praktisch erklärt. Dein persönlicher Reiseführer für die Insel.

Lilleborg. 🏰 Die Ruine der „kleinen Burg“ auf Bornholm

📍 Kurz gesagt
  • Lilleborg ist die Ruine einer Königsburg aus der Mitte des 12. Jahrhunderts im Wald Almindingen. Sie steht auf einem 16 m hohen Felsen über dem See Borresø.
  • 1259 wurde die Burg erobert und zerstört. Erhalten sind Teile der Ringmauer, der untere Teil des Turms und Fundamente von Gebäuden.
  • Anfahrt: Parkplatz an Lilleborg. Durch Almindingen fahren die Busse 1, 3, 1A und 3A; die Haltestelle direkt an Lilleborg bedienen nur die Linien 51 und 1N.
  • Am Parkplatz beginnt der Rundweg Kongens Borge (ca. 6 km) über Lilleborg und das rund 800 m entfernte Gamleborg.
  • Der Eintritt ist frei. Der Pfad zur Ruine ist steil und uneben, zieh also bequeme Schuhe an.

Lilleborg heißt auf Dänisch „kleine Burg“. Die Ruine dieser Königsburg aus der Mitte des 12. Jahrhunderts steht im Wald Almindingen auf einem 16 m hohen Felsen über dem teilweise ausgetrockneten See Borresø. Bis zur älteren und viel größeren Burganlage Gamleborg sind es nur rund 800 m – daher wahrscheinlich der Name. Der Eintritt ist frei, und beide Orte verbindest du leicht bei einem Spaziergang.

Wie kommst du nach Lilleborg?

Die Ruine von Lilleborg liegt im Wald Almindingen in der Inselmitte, nicht weit von der Hauptstraße von Rønne (Rönne) nach Svaneke. Mit dem Auto fährst du bis zum Parkplatz an Lilleborg (Segenvej 48), von dort führt ein steiler Pfad hinunter zur Ruine. Mit dem Rad kommst du über Forstwege hin (siehe Radwege auf Bornholm). Durch Almindingen fahren auch die Busse 1, 3, 1A und 3A (Fahrplan: bat.dk), direkt an Lilleborg halten sie aber nicht. Steig zum Beispiel an der Haltestelle „Almindingsvej v. Ekkodalsvej“ am Ekkodalen aus und lauf auf dem Rundweg Kongens Borge über Gamleborg zur Ruine. Die Haltestelle „Almindingen v. Lilleborg“ bedienen nur die Schulbuslinie 51 (an Schultagen, Fahrplan gültig bis 25.06.2027) und der Nachtbus 1N.

Lilleborg
Segenvej 48, 3720 Aakirkeby, Dänemark

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Lilleborg

LageWald Almindingen, Segenvej 48, 3720 Aakirkeby
AnfahrtLinien 1, 3, 1A und 3A durch Almindingen; Haltestelle „Almindingen v. Lilleborg“ nur an Schultagen (Linie 51) und nachts (1N)
Parkenan Lilleborg
Eintrittfrei, die Ruine ist jederzeit zugänglich
RundwegKongens Borge ca. 6 km, zusammen mit Gamleborg
Mit Hundnur angeleint
⚠️ Der Abstieg von der Straße zum Rytterknægten hinunter nach Lilleborg ist steil und uneben – mit Kinderwagen oder Rollstuhl kommst du hier nicht durch.
Geprüft im Oktober 2026: BAT, bornholm.info, Naturstyrelsen

Die Geschichte von Lilleborg

Die Burg entstand wahrscheinlich Mitte des 12. Jahrhunderts als königliche Festung. Sie sollte die viel größere Burganlage Gamleborg ersetzen, die rund 800 m entfernt liegt. Den Umzug bringt man mit den Ereignissen von 1149 in Verbindung: König Sven III. Grathe überließ damals der Kirche drei der vier Bezirke (dän. herred) Bornholms – sie gingen an den Erzbischof von Lund, Eskil. Dem König blieben die Besitzungen im Westen der Insel.

Deshalb wollte er auf der Insel einen eigenen Machtsitz behalten, der sich leicht verteidigen ließ.

Lilleborg war viel kleiner als das spätere Hammershus der Erzbischöfe, aber viel leichter zu verteidigen als das weitläufige Gamleborg: Den Felsen umgaben auf allen Seiten Wasser und Sumpf, der einzige Zugang lag im Osten. So reichte eine kleinere Besatzung.

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Trotzdem wurde Lilleborg 1259, im Streit zwischen Erzbischof Jakob Erlandsen und König Christoph I., erobert und zerstört – nach Ansicht dänischer Forscher von den Truppen Jaromars II., des Fürsten von Rügen, der mit dem Erzbischof verbündet war. Die Brandschicht unter den Mauern stammt allerdings aus der Eisenzeit – Spuren eines Feuers von 1259 haben die Archäologen nicht gefunden. Und Münzen vom Burggelände deuten darauf hin, dass die Burg noch bis in die 1270er-Jahre genutzt wurde.

Wie bei Hammershus sind viele Daten aus der Geschichte der Burg also nur Schätzungen.

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Lilleborg in seiner Glanzzeit

Die Burg stand auf einem 16 m hohen Felsen, umgeben vom teilweise künstlich aufgestauten See Borresø, der heute zu einem großen Teil ausgetrocknet ist. Hinauf führten eine Holzbrücke und ein steiler Pfad in den Burghof. Weit weg von der Küste bot die Festung Schutz bei plötzlichen Angriffen, die Küste selbst schützte sie aber nicht.

Den Eingang im Osten bewachte ein mächtiger Turm mit 2,4 m dicken Mauern. Um den ovalen Burghof lief eine Ringmauer entlang der Felskante, und im Süden und Norden führten zusätzliche Sperrmauern von ihr bis hinunter zum Fuß des Felsens.

Der Burghof war ca. 76 m lang und bis zu 41 m breit. Als die Festung ihre Bedeutung verlor, trug man ihre Steine ab und verbaute sie anderswo.

Lilleborg heute

Heute sind von der Burg Teile der Ringmauer, der untere Teil des Turms und die Fundamente einiger Gebäude übrig. Von 2006 bis 2012 wurde die Ruine freigelegt und gesichert. Ausgrabungen aus dieser Zeit zeigten, dass der Felsen schon lange vor der Burg genutzt wurde: Unter den Mauern gibt es Spuren aus der Jungsteinzeit und eine dicke Brandschicht aus der frühen Eisenzeit (ca. 350–550 n. Chr.), aus der wahrscheinlich angebrannte römische Denare stammen.

Die Ruine ist frei zugänglich und kostenlos. Am einfachsten siehst du sie auf dem Rundweg Kongens Borge (ca. 6 km), der Lilleborg mit Gamleborg verbindet; unterwegs lohnt ein Abstecher ins Tal Ekkodalen. Der Abstieg von der Straße zum Rytterknægten hinunter zur Ruine ist steil und uneben, zieh also bequeme Schuhe an.

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Quellen:

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