- Hammershus ist die Ruine der größten Burg Nordeuropas. Sie steht auf einem 74 m hohen Felsen an der Nordspitze Bornholms, nicht weit von Allinge-Sandvig.
- Die Ruine ist jederzeit zugänglich und kostenlos. Das Besucherzentrum Brohuset mit Ausstellung und Café hat im Herbst 2026 bis 1.11. täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet, danach an den Wochenenden bis 13.12. und vom 27. bis 30.12. – Eintritt ebenfalls frei.
- Anfahrt: Die Busse 2 und 10 fahren das ganze Jahr bis zur Haltestelle „Hammershus“. Der Parkplatz an der Burg kostet in der Saison 35 DKK (ca. 4,50 €) für 6 Stunden, außerhalb der Saison nichts.
- Du kannst auch zu Fuß von Sandvig kommen. Die Runde über Hammeren ist 7–8 km lang und dauert 2,5–3 Stunden.
- Hunde müssen an die Leine, weil rund um die Ruine Schafe weiden. Auf die Mauern darfst du nicht klettern.
Hammershus ist die größte Burgruine Nordeuropas und die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Bornholms. Ihre Mauern stehen auf einem 74 m hohen Felsen an der Nordspitze der Insel, direkt neben der Halbinsel Hammeren. Die Ruine kannst du das ganze Jahr kostenlos besichtigen, die Ausstellung im Besucherzentrum Brohuset während der Öffnungszeiten ebenfalls. Zahlen musst du nur fürs Parken, und das nur in der Saison (35 DKK für 6 Stunden, ca. 4,50 €).
Hammershus: Eintritt, Öffnungszeiten und Parken
Die Ruine kannst du rund um die Uhr besuchen, das Brohuset hat aber feste Öffnungszeiten, und in der Saison ist der Parkplatz gebührenpflichtig. Das Wichtigste auf einen Blick (Stand: Oktober 2026):
Hammershus
Wie viel Zeit solltest du für Hammershus einplanen?
Das Parkticket gilt 6 Stunden. Das reicht locker für die Ruine, die Ausstellung im Brohuset und einen Kaffee mit Blick auf die Burg – sogar noch für die Runde über Hammeren (2,5–3 Stunden). Kommst du mit Bus 2 oder 10, schau vorher im BAT-Fahrplan nach, wann ein Bus zurückfährt.
Ich bleibe meistens ein, zwei Stunden. Zum Schluss gibt es Kaffee und Kuchen im Café des Brohuset, und im Laden habe ich ein paar Souvenirs gekauft.
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Wie kommst du nach Hammershus?
Hammershus liegt an der Nordwestküste Bornholms, nicht weit von Allinge-Sandvig. Die Adresse des Besucherzentrums: Slotslyngvej 9, 3770 Allinge.
Zu Fuß
Von Sandvig aus kannst du über die Halbinsel Hammeren laufen – die Runde über Hammeren ist 7–8 km lang.
Mit dem Bus
Die Linien 2 und 10 fahren das ganze Jahr und halten an der Haltestelle „Hammershus“ direkt am Eingang (Fahrplan: bat.dk, Ticketpreise im Artikel über die Busse auf Bornholm).
Mit dem Fahrrad
Dein Rad kannst du gegen Aufpreis im Bus mitnehmen. Auf das Ruinengelände und ins Brohuset darf es aber nicht mit – stell es am Fahrradparkplatz ab.
Mit dem Auto
Das Auto stellst du auf dem großen Parkplatz am Besucherzentrum ab (ca. 300 Plätze). Vom Samstag vor Palmsonntag bis zum Ende der dänischen Herbstferien (Kalenderwoche 42) zahlst du Parkgebühren – 2026 waren es 35 DKK (ca. 4,50 €) für 6 Stunden. Bezahlt wird bar oder mit Karte am Automaten, dort gibst du auch dein Kennzeichen ein. Außerhalb dieses Zeitraums parkst du gratis – im Winterhalbjahr 2026/27 vom 19. Oktober 2026 bis 19. März 2027.
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Kostet Hammershus Eintritt?
Was du in Hammershus und im Brohuset sehen kannst
Hammershus steht auf einem steilen, 74 m hohen Felsen, der von der Seeseite kaum zugänglich ist. Auf dem Gelände findest du rund 750 m Wehrmauern, Schanzen und einen Burggraben. Der älteste Teil im Zentrum ist die Kernburg (Mantelgården) mit dem Manteltårnet, dem Mantelturm – ursprünglich der einzige Zugang ins Innere, später auch Gefängnis. In die Burg führt eine Brücke aus dem 15. Jahrhundert, die einzige erhaltene mittelalterliche Burgbrücke Dänemarks.


1: Hammershus auf dem Felsen über dem Meer, aus der Ferne gesehen, September 2020 (, 2: Der Mantelturm in der Kernburg, September 2020 (. Fotos: Ewelina Podrez-Siama)
Neben der Ruine selbst gibt es auf dem Burggelände:
Besucherzentrum Brohuset
2018 eröffnet, rund 200 m östlich der Ruine auf der anderen Seite der Schlucht. Durch die großen Fenster hast du die ganze Burg im Blick. Die Ausstellung stammt von der dänischen Naturbehörde Naturstyrelsen und dem Museum Sydøstdanmark: ein Zeitstrahl vom ersten Stein bis zum Denkmalschutz 1822, Touchscreens und eine Animation auf Basis von 3D-Scans, die die Festung in ihrer Glanzzeit zeigt. Das Besucherzentrum ist rollstuhlgerecht. Von Ostern bis Mitte Oktober hat es täglich geöffnet, im Herbst 2026 bis 1.11. von 10 bis 16 Uhr, danach an den Wochenenden bis 13.12. und vom 27. bis 30.12.; Eintritt frei.
Café im Brohuset
Mit Blick auf die Ruine: dänisches Smørrebrød, Tagessuppe, Burger, Kuchen und Bier aus Bornholm, manches auch zum Mitnehmen. Das Café schließt eine halbe Stunde vor dem Besucherzentrum (2026 um 15:30 Uhr). Mitgebrachtes Essen ist im Besucherzentrum nicht erlaubt – für ein Picknick stehen an der Ruine Tische mit Bänken.
Laden im Brohuset
Mit Kunsthandwerk von der Insel, oft eigens auf Bestellung gefertigt – manche Souvenirs bekommst du deshalb nirgendwo sonst.
Führungen
Von den Oster- bis zu den Herbstferien bietet das Bornholms Middelaldercenter hier Führungen mit Guides in mittelalterlicher Kleidung an (in der Hochsaison täglich, sonst an ausgewählten Tagen). Außerdem gibt es abendliche Führungen mit Petroleumlampen und eine Schnitzeljagd für Kinder in der App Useeum (45 DKK, ca. 6 €). Eine Liste der Guides findest du auf brohusethammershus.dk – nach der Sprache der Führung fragst du am besten bei der Buchung.

Auf den Wiesen rund um die Ruine weiden Schafe – nett beim Spazierengehen und ein guter Grund, den Hund an der Leine zu lassen.
Hammershus mit Hund
Achtung: Hunde nur an der Leine
Dein Hund darf mit auf die Ruine, muss aber die ganze Zeit angeleint sein – auf Hammershus und rund um die Burg. Im Brohuset darf er nur durch das Foyer: Im Laden, im Café und in der Ausstellung ist er nicht erlaubt (Ausnahme: Assistenzhunde). Am Besucherzentrum stehen Abfallbehälter für Hundekotbeutel. Mehr Tipps findest du im Artikel Bornholm mit Hund.

Die Geschichte von Hammershus
Bornholm ist klein, liegt aber an den wichtigen Handelswegen der Ostsee – zwischen Schonen und den Küsten Deutschlands und Polens. Wer die Insel kontrollierte, hatte Einfluss auf Handel und Schifffahrt. Deshalb wurde jahrhundertelang um sie gestritten.
Auch wer Hammershus wann gebaut hat, war lange umstritten. Zwei Thesen standen sich über Jahre gegenüber, neues Licht brachten erst die Ausgrabungen von 2014.
Die Antwort der Erzbischöfe auf das königliche Lilleborg …
Nach der älteren These bauten die Erzbischöfe von Lund die Burg – Lund gehörte damals zu Dänemark. Seit 1149 herrschten sie über den größten Teil Bornholms, und die Burg auf Hammeren sollte ihre Antwort auf die königliche Burg Lilleborg aus der Mitte des 12. Jahrhunderts sein. Als Bauherr galt meist Erzbischof Jakob Erlandsen, datiert wurde die Burg auf die Mitte des 13. Jahrhunderts.
Sicher ist: 1259, im Streit zwischen Erzbischof Jakob Erlandsen und König Christoph I., wurde das königliche Lilleborg erobert und wahrscheinlich zerstört. Danach wurde Hammershus zur wichtigsten Festung der Insel – fast 500 Jahre lang regierten von hier aus die jeweiligen Herren über Bornholm.

Der Streit zwischen König und Kirche um Bornholm zog sich mit Unterbrechungen durch die folgenden Jahrhunderte und hat die Geschichte Bornholms stark geprägt.
… oder ein Stützpunkt für dänische Kreuzzüge?
Die zweite These kam in den 1990er-Jahren auf. Danach entstand die Burg Anfang des 13. Jahrhunderts auf Initiative von König Waldemar II. („dem Sieger“) und Erzbischof Anders Sunesen, als Stützpunkt für die dänischen Kreuzzüge im Ostseeraum. So datierte sie unter anderem Kjeld Borch Westh vom Dänischen Nationalmuseum.
Was die Ausgrabungen von 2014 gezeigt haben
Klarheit sollten die ersten gründlichen Ausgrabungen in der Ruine bringen, die das Dänische Nationalmuseum 2014 durchführte (im selben Jahr arbeiteten hier auch Archäologen vom Institut für Archäologie der Universität Warschau). Spuren von Bauarbeiten vor den 1290er-Jahren fanden sich nicht. Heute gehen dänische Quellen davon aus, dass die Burg Ende des 13. Jahrhunderts entstand, höchstwahrscheinlich unter Erzbischof Jens Grand (1289–1302), und um 1300 fertig war.

Hammershus vom 14. bis zum 19. Jahrhundert: Belagerungen, Lübeck und ein Aufstand
Hammershus war die stärkste Festung der Erzbischöfe von Lund und über mehr als zwei Jahrhunderte Zankapfel zwischen ihnen und den dänischen Königen. 1324–1325 ergab sich die Burg nach 16 Monaten Belagerung den königlichen Truppen, 1362 gab Waldemar IV. Atterdag sie der Kirche zurück, und 1522 forderte Christian II. sie zurück. Wie die Ruine heute aussieht, haben aber weder König noch Erzbischof am stärksten geprägt, sondern Kaufleute aus Lübeck.
1522 eroberten Truppen der Hansestadt Lübeck Hammershus. Drei Jahre später, 1525, musste König Friedrich I. Bornholm samt Burg für 50 Jahre an Lübeck verpfänden – als Bezahlung für die Hilfe beim Sturz von Christian II. Die Lübecker bauten die Festung um: Sie gaben die äußersten Mauern auf, verstärkten die inneren und stellten an strategischen Stellen Geschützbatterien auf. Friedrich II. verlängerte die Pfandschaft nicht, und 1576 kehrte Bornholm zu Dänemark zurück.
Mit dem Aufkommen von Feuerwaffen und Artillerie im 17. Jahrhundert verlor die Festung an Bedeutung. 1645 besetzte Schweden kurzzeitig die ganze Insel, durch den Friedensvertrag fiel Bornholm aber wieder an Dänemark.
Nur 13 Jahre später, mit dem Frieden von Roskilde (1658), kam Bornholm zusammen mit Schonen, Halland und Blekinge unter schwedische Herrschaft.
Noch im selben Jahr brach auf Bornholm ein Aufstand aus. Am 8. Dezember 1658 wurde in Rønne (Rönne) der schwedische Kommandant der Insel, Johan Printzensköld, getötet – Villum Clausen erschoss ihn, als er aus der Haft zu fliehen versuchte. Nach seinem Tod kapitulierte die schwedische Besatzung von Hammershus (eine verbreitete Geschichte erzählt, die Aufständischen seien mit einer List in die Burg gelangt – in der Uniform des toten Kommandanten). Der Frieden von Kopenhagen 1660 bestätigte, dass die Burg und die ganze Insel wieder zu Dänemark gehörten.
In den 1680er-Jahren zog die königliche Verwaltung von Hammershus nach Rønne, und die Verteidigung im Osten übernahm die neue Festung auf Christiansø. Hammershus diente noch als Gefängnis: 1660–1661 saßen im Mantelturm Leonora Christina, die Tochter von König Christian IV., und ihr Mann Corfitz Ulfeldt ein, beide des Hochverrats beschuldigt (ihr Fluchtversuch über Mauern und Felsen scheiterte). 1743 wurde die Burg endgültig aufgegeben und zum Abriss freigegeben. Bis 1822 landeten ihre Steine auf Baustellen in den umliegenden Dörfern und Städten – und auch in der Festung auf Christiansø.
1822 wurde die Ruine von Hammershus unter Denkmalschutz gestellt. Damit begann ihre schrittweise Restaurierung, die bis heute andauert.

Hammershus ist nicht die einzige Burg auf Bornholm. Im Wald Almindingen mitten auf der Insel stehen die Ruine der königlichen Burg Lilleborg und die Burganlage Gamleborg. Weitere lohnende Ziele findest du in der Übersicht 20 Sehenswürdigkeiten auf Bornholm.
📚 Literatur und Quellen (7)
- Hammershus – gute Praxis und der Umgang mit einer dauerhaften Ruine (auf Polnisch). Andrzej Siwek, Magdalena Trafas-Wołoszyn (abgerufen am 17.10.2026)
- Wissenswertes aus der Bornholmer Burg (auf Polnisch). Nauka w Polsce (abgerufen am 24.02.2024)
- Northern Bornholm and Hammershus – History. Naturstyrelsen (abgerufen am 17.10.2026)
- Åbningstider 2026 und Praktisk information. Brohuset ved Hammershus (abgerufen am 17.10.2026)
- Hammershus. Lex.dk. Rikke Agnete Olsen, Anna-Elisabeth Jensen (abgerufen am 17.10.2026)
- Ferieøen Bornholm. The official guide (abgerufen am 25.02.2024)
- eigene Kenntnisse
Fährst du ab Sassnitz? Diese Route nehme ich am häufigsten, mit dem Auto und meinen Hunden. Das Ticket kaufst du bei der Reederei Bornholmslinjen, deine Unterkunft auf der Insel vergleichst du bei Booking.com – Ferienhäuser, Apartments und Hotels mit Bewertungen.




