- Hammerknuden, auch Hammeren genannt, ist eine Granithalbinsel an der Nordspitze Bornholms – mit Klippen, Heide, zwei Seen und zwei Leuchttürmen.
- Die Rundwanderung ab Sandvig führt am Hammersø, an beiden Leuchttürmen, an der Salomons Kapel und an Hammershus vorbei. Sie ist 7–8 km lang und dauert 2,5–3 Stunden.
- Anfahrt: Busse 1, 2, 3, 10, 1A und 3A bis Sandvig. Kostenlos parkst du am Hammeren Fyr und am Opalsøen.
- Auf den Leuchtturm Hammeren Fyr kommst du in der Sommersaison kostenlos, von 9 Uhr bis Sonnenuntergang, wenn das Wetter mitspielt.
- Zieh Wanderschuhe an, keine Sandalen. Hunde müssen an die Leine, weil auf Hammeren Kühe, Schafe und Ziegen weiden.
Hammeren, auf Dänisch auch Hammerknuden, ist die Granitspitze im äußersten Norden Bornholms: Klippen, Heide, zwei Leuchttürme, die Ruine einer mittelalterlichen Kapelle und alte Steinbrüche, und am Rand die Burg Hammershus. Die Runde ab Sandvig ist 7–8 km lang und dauert 2,5–3 Stunden. Sie gehört zu den abwechslungsreichsten Wanderungen der Insel.
Über Hammeren
Hammeren ist eine 182 ha große Granit-„Insel auf der Insel“ an der Nordspitze Bornholms. Vom Rest der Insel trennt sie ein Tal mit dem See Hammersø; der höchste Punkt, der Stejlebjerg, liegt 82 m über dem Meer. Der Name ist seit 1539 als „Hammar“ belegt und bedeutet steiniger Hügel, Felsen.
Hammerknuden ist bekannt für seine steilen Klippen über der Ostsee und für viele Spuren der Vergangenheit. Am Rand der Halbinsel steht die Burgruine Hammershus – die größte Burgruine Nordeuropas –, an der Nordküste die mittelalterliche Salomons Kapel.
Über die Halbinsel zieht sich ein Netz von Wegen: durch Heide, über blanke Granitfelsen und durch Gebüsch aus Birken, Eichen und Kiefern, das sich ausgebreitet hat, seit hier kein Vieh mehr weidete. Das Gelände gehört dem Staat (Naturstyrelsen), und damit es nicht zuwächst, wird unter anderem gerodet und mit Schafen beweidet.
Auf der Halbinsel stehen zwei Leuchttürme: Hammeren Fyr von 1872, dessen Licht auf 91 m über dem Meer leuchtete – höher als bei jedem anderen dänischen Leuchtturm –, und der niedrigere Hammerodde Fyr ganz vorn an der Nordspitze.
Wie ist Hammerknuden entstanden?
Hammeren besteht aus Hammergranit – dem hellsten Granit Bornholms, der auf den letzten ca. 5 km der Nordspitze vorkommt. Er kristallisierte vor etwa 1,4 Milliarden Jahren tief unter der Oberfläche aus Magma und gehört zu den jüngsten Graniten der Insel.
Später hoben Bewegungen der Erdkruste diese Gesteine an, und Erosion, Wellen, Wind und Inlandeis legten den Granit frei und formten die heutigen Klippen. Rund 100 Jahre lang wurde der Granit hier industriell abgebaut. Die Steinbrüche wurden Anfang der 1970er-Jahre geschlossen, als Hammeren unter Schutz gestellt wurde; im größten Bruch entstand der See Opalsøen.
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Hammerknuden (Hammeren): der Rundweg
Die Beschreibung führt von Sandvig an der Nordküste entlang, an beiden Leuchttürmen vorbei zum Hafen Hammerhavn und zur Ruine Hammershus, dann am See Hammersø vorbei zurück nach Sandvig.
Start: Sandvig
Die Wanderung beginnt in Sandvig. Hierher kommst du mit den Bussen 1, 2, 3, 10, 1A und 3A, dein Auto parkst du kostenlos zum Beispiel am Opalsøen oder am Leuchtturm Hammeren Fyr.

Lies auchAllinge-Sandvig. Was du im Norden Bornholms sehen solltestZwei zusammengewachsene Hafenorte an der Nordspitze: Räuchereien, bunte Fachwerkhäuser, die Felsritzungen von Madsebakke – und Hammeren und Hammershus gleich um die Ecke.
Etappe 1: Von Sandvig zum Hammerodde Fyr
Von Sandvig führt der Pfad an der Küste entlang zum Hammerodde Fyr – einem Leuchtturm, der 1895 an der nördlichsten Spitze Bornholms gebaut wurde.
Hammerodde Fyr ist ein niedriger, quadratischer, weiß gekalkter Turm (12 m). Der Leuchtturm ist noch in Betrieb, und daneben liegt eine Küstenbeobachtungsstation, die den Schiffsverkehr überwacht – hinein kommst du nicht. Von der Landspitze blickst du auf die raue Nordküste und die offene Ostsee, und über das Leuchtturmgelände führt ein Naturpfad am kleinen Wald Fyrmesterskoven vorbei.

Etappe 2: Salomons Kapel
Vom Hammerodde Fyr läuft der Pfad an der Nordküste entlang zur Salomons Kapel, ca. 2 km nordwestlich von Sandvig. Das ist die Ruine einer Kapelle vom Anfang des 14. Jahrhunderts, gebaut an der natürlichen Anlegestelle Kragkås, wo im Mittelalter ein Heringsmarkt stattfand. Erhalten sind die Mauern des Kirchenschiffs (13,5 × 7,2 m) und der Vorhalle im Süden.
Die Kapelle war dem heiligen Salomon geweiht, der der Legende nach Seeleute vor Stürmen auf rauer See schützen sollte. Die Ruine steht an der felsigen Küste, und von hier hast du einen herrlichen Blick aufs Meer.
An der Nordwestecke der Kapelle liegt die Salomons kilde – eine Quelle, die im Mittelalter als heilig galt. Jeden Sommer findet in der Ruine ein Gottesdienst unter freiem Himmel statt.

Etappe 3: Der Leuchtturm Hammeren Fyr
Von der Salomons Kapel steigt der Weg ins Innere der Halbinsel hinauf zum Leuchtturm Hammeren Fyr, einem der markantesten Punkte der Runde.
Der Granitturm von 1872 steht direkt am Stejlebjerg, dem höchsten Punkt von Hammeren. Sein Licht leuchtete 91 m über dem Meer – höher als bei jedem anderen Leuchtturm Dänemarks –, wurde aber oft von tief hängenden Wolken verdeckt. Deshalb baute man 1895 den niedrigeren Hammerodde Fyr. Hammeren Fyr wurde 1990 abgeschaltet. Im Sommerhalbjahr kannst du von 9 Uhr bis Sonnenuntergang hinaufsteigen, wenn das Wetter es zulässt; der Eintritt ist frei. An klaren Tagen siehst du sogar die schwedische Küste. Am Leuchtturm steht außerdem der sowjetische Grabstein eines Leutnants, der im Mai 1945 starb (über diese Zeit schreibe ich im Artikel Bornholm im Zweiten Weltkrieg).

Etappe 4: Hammerhavn
Vom Leuchtturm steigst du auf die Westseite der Halbinsel hinunter, zum Hafen Hammerhavn. Er wurde 1891–1892 gebaut, um den Granit aus den Steinbrüchen auf Hammeren abzutransportieren – bis zum Ersten Weltkrieg liefen hier täglich Schiffe mit Pflastersteinen und Bordsteinen nach Deutschland aus.
Heute ist Hammerhavn ein kleiner Hafen und ein guter Platz für eine Pause; es gibt Toiletten und einen kostenlosen Parkplatz. Ab Hammerhavn fahren auch die Boote von Bornholms Bådfart zu Touren entlang der Klippen unterhalb von Hammershus und Jons Kapel, und im Hafen kannst du ein Kajak oder ein SUP-Board leihen (mehr zum Stand-up-Paddling im Artikel SUP auf Bornholm).

Etappe 5: Die Burgruine Hammershus
Dann führt der Weg zur Burgruine Hammershus – der größten Burgruine Nordeuropas, auf einem 74 m hohen Felsen über dem Meer. Der Eintritt ist frei, und im Besucherzentrum Brohuset (im Herbst 2026 bis 1.11. täglich 10–16 Uhr, danach an den Wochenenden bis 13.12. und vom 27. bis 30.12.) gibt es Toiletten, ein Café und eine kostenlose Ausstellung zur Geschichte der Burg.
Lies auchHammershus. 🏰 Die größte Burgruine NordeuropasDie Burgruine Hammershus auf einem 74 m hohen Felsen: ganzjährig kostenlos, Besucherzentrum Brohuset, Parken, Bus 2 und 10, Besuch mit Hund und Wanderung über Hammeren.
Achtung: nicht auf die Mauern klettern
Das schönste Licht hast du hier früh am Morgen und am späten Nachmittag. Denk daran, dass du nicht auf die Mauern klettern darfst, auch nicht auf die restaurierten Abschnitte.

Etappe 6: Hammersø und zurück nach Sandvig
Von Hammershus geht es zurück nach Sandvig, am See Hammersø vorbei – dem größten See Bornholms (ca. 10 ha).
Der See liegt in dem Spaltental, das Hammeren vom Rest der Insel trennt, und ist von steilen Granithängen umgeben. Danach führt der Pfad durch die Heide zurück nach Sandvig.

Wanderung über Hammeren (Hammerknuden): Das solltest du wissen
Hier die wichtigsten praktischen Infos für die Planung deiner Wanderung über Hammeren (Hammerknuden).
Hammerknuden (Hammeren)
Länge
Der Rundweg ist ca. 7–8 km lang. Im Schnitt brauchst du 2,5–3 Stunden, je nach Tempo und Pausen. Wenn du auf den Leuchtturm steigen und ins Besucherzentrum Brohuset schauen willst, plan einen halben Tag ein.
Schwierigkeit
Die Runde über Hammerknuden ist mittelschwer. Ein guter Teil verläuft auf breiteren Wegen, manche Pfade sind aber steil und felsig. Der Weg ist gut markiert und mit durchschnittlicher Kondition zu schaffen, auch für größere Kinder.
Wetter
Wir waren schon oft auf Hammeren – im Sommer, im Herbst und im Winter – und jedes Mal hat es sich gelohnt.
Bei starkem Regen und kurz danach würde ich die Tour allerdings meiden (Matsch und rutschige Felsen machen sie dann wenig angenehm und vielleicht sogar gefährlich), ebenso bei Schnee (hier entscheidest du je nach deiner Erfahrung und Ausrüstung).
Was du mitnehmen solltest
Für die Wanderung über Hammeren packst du am besten ein:
Bequeme Wanderschuhe
Vor allem, wenn du den Leuchtturm, die Burgruine und die Salomons Kapel ansehen willst – dort können die Pfade anspruchsvoller sein. In Sandalen oder Turnschuhen ist das definitiv keine sichere Tour.
Regenkleidung
Auf Hammeren ist es windig und das Wetter deshalb wechselhaft. Selbst im Sommer kann in einem Moment die Sonne brennen, und im nächsten bringt der Wind Nieselregen oder einen Wolkenbruch.
Wasser und Snacks
Genug Trinkwasser und eventuell etwas zu essen (auffüllen kannst du im Café bei Hammershus, solange es geöffnet hat)
Hammeren mit Hund
Wie die meisten Wanderwege auf Bornholm kannst du auch die Runde über Hammeren mit Hund laufen (mehr im Artikel Bornholm mit Hund). Auf die Ruine Hammershus darf er ebenfalls mit, ins Brohuset aber nur bis ins Foyer.
Achtung: Hund an die Leine
In Hammershus muss dein Hund unbedingt an der Leine sein. Auch auf der ganzen Wanderung über Hammeren bleibt er angeleint – wegen der oft steilen Klippen und weil hier viele Vögel, Schafe und Kühe unterwegs sind.
Hammerknuden (Hammeren): Bildergalerie




1: Heidekraut auf Hammeren (, 2: Hammeren Fyr (, 3: Hammersø (, 4: Hammeren (. Fotos: Ewelina Podrez-Siama)




1: Schafe bei Hammershus (Foto: Ewelina Podrez-Siama), 2: Burgruine Hammershus, 3: Burgruine Hammershus, 4: Hammershus (Foto: Ewelina Podrez-Siama)




1: Hammeren (Foto: Ewelina Podrez-Siama), 2: Hammeren mit Hund (Foto: Ewelina Podrez-Siama), 3: Hammerhavn, 4: Apfelbaum auf Hammeren (Foto: Ewelina Podrez-Siama)
Warum sich die Runde lohnt
In 2,5–3 Stunden siehst du auf Hammeren zwei Leuchttürme, eine mittelalterliche Kapelle, einen alten Granithafen, den größten See der Insel und die Ruine Hammershus – abwechslungsreicher wird ein Spaziergang auf Bornholm kaum.
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